Montag, 17. Oktober 2016

"Mark-Making-Muster" am Mustermittwoch

Durch Zufall einmal auf der Seite von Müllerin Art gelandet, bin ich seit der Sommermailart 2015 regelmäßige Leserin. Und so freue ich mich auch jeden Monat  neu an Ihrem "Mustermittwoch".
Im Oktober lautet das Thema "Mark-Marking-Muster". Es hat einige Besuche auf Ihrer Seite gebraucht, bis mir aufgegangen ist: "Hej, so etwas Ähnliches machst Du doch auch!"
Sicherlich nicht mit dem Hintergedanken Mark-Making-Muster zu kreieren, sondern in der Arbeit mit Kindern, in Ferienkursen und ganz konkret bei der Vorbereitung von Hintergründen für meine experimentellen Drucke oder für die Herstellung von Papieren  für die Weiterverarbeitung zu Bucheinbänden für meine Minibücher spiele ich mit dem Zufall.
Eine Technik kam mir dabei in den Sinn, die bisher noch keine "Mark-Marking-Muster-Teilnehmerin" vorgestellt hat. Man benötigt unterschiedliche Papiere ( ich habe mich für ein graues Packpapier entschieden), Farbe egal ob Plakatfarbe, Schulmalfarbe, Acryl-Farbe vielleicht sogar Fingemalfarben von unseren Kleinsten, einen saugfähigen dicken Wollfaden und einen dicken Katalog oder ein Telefonbuch. Schon kann man loslegen. Der Faden wird dick mit Farbe eingepinselt, das mach sich am besten in einer kleinen Schüssel. Der Katalog wird in der Mitte aufgeschlagen, der Bogen Papier eingelegt, der Wollfaden in einem "wilden" Muster darauf ausgelegt und der Katalog zugeklappt. Achtung, ein Fadenende muss herausschauen. Dieses wird nun angepackt und mit Schwung herausgezogen. Je mehr es gelingt, den Faden dabei hin- und her zu bewegen um so lebhafter wird das entstehende Muster.
Man sollte darauf achten, dass der Faden nicht zu lang wird und unbedingt alte Sachen anziehen und die Umgebung gut abdecken. Die Flugbahn des eingefärbten Fadens läßt sich beim Herausziehen schlecht berechnen. Dann das Papier herausnehmen und trocknen lassen. Danach kann man neue Fadenmuster darüber legen und zu weiteren Farben greifen.

 
 Ich habe bei meinen Blättern mit weißer Farbe gearbeitet und dannach mit einem Spritzpinsel verdünnte schwarzer Farbe aufgespritzt.


Und da ich in Vorbereitung auf Weihnachten noch einige festliche Papiere brauche mit Goldakryl, einem Radiergummi, der Rückseite eines Klebestiftes und einer leeren Toilettenpapierrolle goldenen Kreise aufgedruckt. Da mir das dann schon wieder zu ordentlich geworden ist, bin ich noch einmal kreuz und quer mit einem Malmesser (ein Stück Pappe geht genauso gut) darüber gegangen und habe einen Teil der Muster verwischt.


Was am Enden noch aus so einem Zufallsmuster werden kann zeigt mein letztes Blatt.


Es ha mir riesigen Spaß gemacht, an Deinem Mustermittwoch teilzunehmen, liebe Michaela. Und ich hoffe nicht ganz am Thema vorbei gedruckt zu haben. Auch oder gerade weil eigentlich eine ganz andere Aufgabe auf meinem Arbeitstisch liegt. Aber nun bin ich locker und frei genug im Kopf, um mich darum zu kümmern. Danke!

Dienstag, 11. Oktober 2016

Kulturreise zur Textil-Art und zu Objekten aus Ton nach Meiningen

Vor einigen Wochen habe ich hier von unserem Kurs "Upcycling von Textilien und Schmuckgestaltung mit Papier" berichtet. Nun hatten die Dozentinnen Cordula Hartung, Gerlinde Rusch, Ingeborg Scholz und der Dozent Dr. Albrecht Rosenstiel gemeinsam mit der Volkshochschule Meiningen und dem Förderverein der Christophine - Kunstschule  an der Volkshochschule Meiningen e.V. zur  Ausstellung der Absolventinnen der Weiterbildung "TEXTIL-ART" der Jahre 2014 -2016 eingeladen.


Wir, einige Teilnehmer Upcyclingkurses wollten uns das nicht entgehen lassen. Und so starteten wir am vergangenen Samstag aus dem äußersten Zipfel Ostthüringens in den Süden - nach Meiningen. Immer mit einem kritischen Blick zum Himmel wünschten wir uns einen Tag voller interessanter Eindrücke. Und da wir Meinigen noch nicht kannten, wollten wir natürlich auch etwas von der Stadt und der Umgebung sehen.
Rechtzeitig angekommen und durch einen Imbiss gestärkt sammelten wir erst einmal ein paar herbstliche Eindrücke in der Innenstadt und bei einem Bummel durch den Englischen Garten.




Liebe Meininger - es sind wirklich nur ein paar Streiflichter. Eure Stadt hat sicher viel mehr zu bieten. Wir kommen bestimmt noch einmal wieder.
Aber nun zum eignetlichen Zweck unserer Reise oder besser zur ersten Station.
Um 15.00 Uhr öffneten sich die Türen der Volkshochschule und  wir durften in (wenn ich mich richtig erinnere) acht Räumen und auf den Fluren die Arbeiten der Absolventinnen aus den drei Ausbildungsjahren bewundern. Wir haben in Arbeitmappen geblättert, Musterbücher bewundert, uns an filigranen Web- und Klöppelarbeiten, an gefilzten, gequilteten , gestickten, gehäkelten und gestrickten Kunstwerken erfreut. Wie schön , die Dinge auch in die Hand nehmen, Kunst begreifen, erfühlen und "untersuchen" zu dürfen. Freigiebig und geduldig beantworteten die Ausstellerinnen alle unsere Fragen. In jedem Raum, auf jedem Tisch neue Ideen, individuelle Handschriften, Anregungen für uns. Eine tolle Atmosphäre, die noch durch die Festveranstaltung unterstrichen wurde. Hatten wir es doch mit Absolventinnen zu tun - also mit "frisch gebackenen oder sagt man da besser genähten?, gewebten? oder gefilzten?" TEXTILKÜNSTLERINNEN, die an diesem Tag Ihre Zertifikate erhielten. Drei Jahre Ausbildung an der Christophine - Kunstschule hieß drei Jahre lang ein Wochenende im Monat anreisen, sich in die verschiedensten Techniken textiler Gestaltung zu vertiefen, Handwerk zu lernen und experimentell umzusetzten. Zu Hause galt es dann  weiter an den Ideen zu feilen und zu werkeln, wie in jeder Schule Hausaufgaben zu erledigen -  und das oft neben Beruf und Familie. Und ich habe mir sagen lassen, die Anfahrtswege waren oft nicht die kürzesten.
Nach dieser liebevoll und bewegend gestalteten Feierstunde sind wir dann weiter durch die Räume gewandert, haben in Farben und Formen geschwelgt und konnten uns kaum satt sehen. Und irgendwo im Hinterkopf nistete sich der Gedanke ein - das würde ich auch gerne alles lernen. Startet doch im Februar 2017 eine neue 3-jährige Weiterbildung.




Einige Bilder habe ich mit Erlaubnis der Ausstellerinnen gemacht. Ich kann nur sagen:: "Hinfahren! Anschauen!  Unbedingt!" Bis zum 26. November kann man die Arbeiten werktags von 8.00 Uhr- 20.00 Uhr in der Volkshochschule Meiningen bewundern.




Das war also unsere erste Etappe. Schon reichlich fußlahm, voller Eindrücke und mit einem zusammengeschrumpften Zeitbudget haben wir uns nach  18.00 Uhr schweren Herzens aus dieser Ausstellung verabschiedet. Stand doch noch ein weiterer Ausstellungbesuch auf unserem Tagesplan. Anfang September hatten wir den Keramiker Peter Weber zu einem Kurs im Kunst- und Kräuterhof in Posterstein zu Gast (Hier habe ich davon berichtet). Natürlich wollten wir auch seine Ausstellung in der Galerie ADA besuchen.
Welch ein Glück, dass es so besucherfreundliche Öffnungszeiten gibt. Also eilten wir von der Klostergasse in die Bernhardstraße.



Der Ausstellungsflyer ist sehr sparsam in den Aussagen zu beiden Ausstellern .´Die Malerin Marlene Magnus und der Keramiker Peter Weber (www.dolmarton.de) zeigen, was in der Ruhe und Zurückgezogenheit zweier Ateliers auf dem Lande entsteht.In der Begegnung der Malerei und Grafik an den Wänden sowie die Objekte aus Ton im Raum entsteht (wieder) eine Exposition als Gesamtkunstwerk...´
Das ist wohl nicht nur die Ruhe des Landlebens. Aus den Arbeiten von Peter Weber spricht ein meisterhafter Umgang mit dem Medium Ton. Raue Oberflächen, Brüchen und Risse in den äußeren Schalen der Objekte lenken die Aufmerksamkeit auf  filigrane zerbrechliche florale Elemente im Inneren. Rauchgeschwärzte unglasierten Außenhüllen, umschließen schützend gläsern funkelnde Innenwände und Böden in strahlendem Weiß, leuchtenden Blautönen und feurigem Rot. Noch sparsamer weisen einige Objekte nur eine kleine glasierte Vertiefung am Grund ihres Inneren auf, die mich an klares Gebirgswasser in Felsenlöchern, an tauenden Schnee  oder an einen Blick in einen Vulkan denken ließen. Ineinandergesetzte Schalen, runde Formen und Stelen, Sollbruchstellen - wir waren und sind verzaubert.
Hier trifft große Kunst auf exzellentes Handwerk, das perfekte Gleichgewicht zwischen Geplantem und Experiment.
Auch hier durfte ich nach einer kurzen Frage einige Fotos machen.



Ich hoffe die Künstlerin Marlene Magnus sieht es uns nach, dass es uns nach diesem mehrstündigen Ausstellungsmarathon, schon fast  übersättigt an Eindrücken, an Zeit und Energie fehlte auch Ihre Bilder gebührend zu würdigen.
Dabei bilden ihre Aquarelle, Ölgemälde. Radierungen und Collagen mit den pastelligen fast erdigen Farben, die zarten Stillleben und Detailstudien einen interessanten Gegenpol zu den großen raumgreifenden Objekten aus Ton. Ich kann  nicht einmal genau sagen, ist es Gegensatz, ist es Harmonie, ist es Dialog was sich zwischen den Exponaten entwickelt. Diese Rätsel müssen die Besucher nach uns lösen.
Voll von neuen Eindrücken, Inspirationen und Freude über das, was wir an diesem Tatg in Meiningen erleben, erfühlen, betrachten und erfahren durften, machten wir uns dann in den Abendstunden auf die Heimfahrt. 


Samstag, 1. Oktober 2016

Mein Paradiesbuch


Nun ist Sie leider schon wieder Vergangenheit, die Sommermailart 2016. Vielen Dank an die Organisatorinnen Michaela Müller und Tabea Heinicker. Das diesjährige Thema hat so viele gute Gedanken, Ideen und am Ende Buchseiten hervorgebracht. Diese Aktion wird mich und meine Arbeit noch lange beschäftigen und beflügeln.   Vielen Dank auch an alle Mitglieder meiner Gruppe. Ein Muss, dass ich trotz akutem Zeitmangel das Buch noch binden wollte, um wenigstens ein paar Fotos einzustellen.
Neben den farbigen Seiten  gibt es noch einige Zusatzblätter. So schwimmen zum Beispiel noch Fische aus der Frühlingsmailart durch das Buch. Die liebevoll gestalteten Briefumschläge und auch die Texte haben ebenfalls in mein Buch gefunden. Noch einmal vielem Dank an Alle und hier endlich meine Bilder.







Donnerstag, 22. September 2016

Töpferkurs Rauch- und Erdbrand im Kunst - und Kräuterhof Posterstein

Wie hier versprochen, folgt nun mein Bericht zum Rauch- und Erdbrand im Kunst- und Kräuterhof Posterstein unter Anleitung von Peter Weber "Dolmarton".
Für diese Brände haben wir im Vorfeld kleine Gefäße und Figuren getöpfert und geschrüht. Für den Erdgrubenbrand konnten die Keramiken teilweise glasiert werden. Sowohl beim Rauch- als auch beim Erdgrubenbrand kann man nicht genau bestimmen, welche Farbe von hell über alle Grautöne bis schwarz die unglasierten Keramiken aus hellem Ton annehmen und auch die Glasuren können, abhängig von den erreichten Brenntemperaturen, recht unterschiedlich reagieren. Begonnen haben wir mit dem Rauchbrand. Dazu benötigt man wie beim Rakubrand einen großen feuerfesten Topf oder eine Metalltonne. In diese werden die Keramiken abwechselnd mit Holzspänen eingeschichtet.



Obenauf eine dicke Schicht Späne. Anschließend werden die Späne angezündet und sowie das Feuer gut brennt, wird die Sauerstoffzufuhr mit einem Deckel stark gedrosselt. Das war am Vormittag des ersten Kurstages. Und dann hieß es Geduld bewahren.






Für den Erdbrand war schon Tage vorher eine Grube ausgehoben worden. Danke an die fleißigen "Erdarbeiter".  Hier wurde in der Mitte ein Holzfeuer entfacht. Damit die Feuchtigkeit aus den Glasuren der zu brennenden Keramiken entweichen konnte, stellten wir diese an die Außenwand der Grube.






Immer wieder musste Holz nachgelgt werden, denn für so einen Grubenbrand wird sehr viel Glut benötigt. Gegen Mittag war es so weit, dass die Keramiken erst einmal wieder aus der Grube herausgeräumt werden konnten. Die Glut wurde nach Außen, an die Grubenwände gezogen und dann die Kermaiken in der Mitte zu einem "Turm" aufgeschichtet.

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Anschließend wurde um die Keramiken herum vorsichtig neues Holz aufgeschichtet, das für weitere Glut sorgen sollte. Bei den warmen Temperaturen eine schweißtreibende Arbeit. Es war nicht wenig Holz, das da in die Grube wanderte. Vorsicht war geboten, damit die neuen Holzscheite nicht die Kramiken zerschlagen, der Turm aus Gefäßen und Figuren nicht ins Rutschen kommt. Sonst wäre die ganze Arbeit vergeblich gewesen.


Erst, als von der Keramik unter dem brennnenden Holzscheiten und der Glut nichts mehr zu sehen war, konnte zum nächsten Schritt übergegangen werden. Die Grube wurde mit dünnem Astmaterial abgedeckt. Darauf kam feuchter Grobschnitt, darüber frischer Rasenschnitt und am Ende noch eine Schicht Erde.


Von dem Erdloch mit unseren Keramiken war nichts mehr zu sehen. Nur ein leicht vor sich hin rauchender oder dampfender Erdhügel, neben dem nun schon seit Stunden schwelenden Topf mit dem Rauchbrand.


Inzwischen war es Abend geworden. Grube und Topf wurden gesichert und würden über Nacht weiter vor sich hin schwelen. Am nächsten Morgen war der Hügel über der Erdbrandgrube ein Stück in sich zusammengesunken. Sowohl Topf als auch Grube strahlten noch kräftig Wärme ab und es rauchte immer noch.



Die Neugier von uns Kursteilnehmern war kaum noch zu bremsen. Wann können wir einen Blick auf unsere Arbeiten werfen?


Gegen Mittag wurde damit begonnen, die Erdgrube zu öffnen. Langsam wurde Schicht für Schicht abgetragen und zwischendurch immer wieder abgelöscht. Noch immer war die Keramik sehr heiß.



Welche Freude, als unter Ruß, Brennschlacken und Asche unsere Keramiken zum Vorschein kamen.


Den einen oder anderen kleinen Schaden mussten wir zwar verschmerzen. Aber im Großen und Ganzen ein stolzes Ergebniss, welches da am Ende aus der Grube geholt wurde.



 
Am Nachmittag wurde dann auch der Rauchbrandtopf geöffnet. Und obwohl  fast 30 Stunden  vergangen waren, wurde durch den vermehrten Sauerstoff das Feuer im Topf neu angefacht. Also hieß es auch hier erst einmal löschen. Dann fühlten wir uns wie Schatzgräber, die "verkohlte" Gefäße und Figuren aus längst vergessenen Zeiten aus der Asche eines Feuers bergen.



Tolle Farbschattierungen von ganz hell bis schwarz waren entstanden.


Wer allerdings glaubt, wir hätten die Zeit des Brennens der Kermaiken im Rauchbrand und in der Erdgrube mit Müßiggang verbracht, der irrt sich.
Parallel zu den beiden Bränden haben wir unter Anleitung von Peter Weber einen Tonofen für Rakubrände für die Keramikwerkstatt von Bettina Martin gebaut. Besser gesagt, der Rohling wurde gebaut. Nun muss der Ofen über Wochen trocknen . Und wenn alles gut geht, werde ich in ca. zwei Monaten vom  Bau im September und vom ersten Brand Ende Oktober oder Anfang November berichten.
































Mittwoch, 14. September 2016

Auf die Plätze, fertig, los...Paradiesbuchbinden



Alle gedruckten Seiten für das Paradiesbuch der Sommermailart sind eingetroffen. Ergänzt werden die Seiten durch kluge, emotionale Texte und alles war verpackt in besonders schön gestalteten Briefumschlägen. In welcher Reihenfolge soll ich wohl die Seiten anordnen, wie bringe ich die Texte unter, wie kann ich die Umschläge einbeziehen?


Da werde ich wohl noch ein wenig hin und her sortieren. Bis dahin binde ich einige Probebücher. Reichlich Packpapier für die Innenseiten ist da und für das Vorstechen der Löcher hat mir mein Mann eine tolle Vorrichtung gebaut. Vielen Dank!


Die Vorrichtung besteht aus zwei Teilen, einem Grundgerüst und einer Platte aus zwei beweglich verbundenen Hälften. Diese Hälften dienen als Auflageflächen für die Heftlagen. Zwischen den Hälften befindet sich ein Schlitz, der genau so breit ist, wie die Ahle dick ist, die ich zum Vorstechen der Löcher  benutzen möchte. Die Platte wird in das Grundgerüst eingelegt und bildet einen Winkel in den die aufgeschlagenen Heftseiten eingelegt werden und nicht verrutschen können. Nun brauche ich mir nur einen Papierstreifen als Lochschablone vorzubreiten. Diese lege ich in jeweils eine geöffnete Heftlage und dann die Heftlage mit der Schablone  in die Vorrichtung  (siehe Foto). Mit der Ahle kann ich nun bequem die Löcher zum Heften vorstechen.



Sind alle Lagen vorgestochen geht es ans Binden. Auf die Anleitung für die koptische Bindung von "Lost im Papierladen"  hat ja schon Michaela Müller zu Beginn der Sommermailart hingewiesen. Ich bin mit der Anleitung gut zurecht gekommen. Man muss nur konsequent beim Binden den Buchrücken zum Körper halten.
Bei meinen Probebüchern waren die Blätter der Heftlagen relativ dünn. Darum habe ich sowohl außen als auch innen noch einen Streifen stärkeres Papier eingelegt. Das vermindert die Gefahr des Einreißens beim Binden. Für die Buchdeckel habe ich Pappen von Verpackungen mit gemusterten Papiertüten bezogen. Also komplettes Upcycling. In Ordnung - das Garn war neu, von der Rolle. Aber alle anderen Buchteile hatten schon ein "Leben" vor dem Buchdasein.
Ein gutes Gefühl, so ein selbstgebundenes Buch in den Händen zu halten oder noch besser es zu verschenken.

Dienstag, 13. September 2016

Ein letztes Mal - Paradiespost

Nun halte ich die letzte Paradiespost in meinen Händen. Ich werde die bunten Briefumschläge vermissen, freue mich aber auch auf die letzte Etappe der Sommermailart - die vielen einzigartigen Seiten zu einem Buch zu binden.
Hier will ich die Paradiespost von Caro vorstellen. Auch ihr Begleittext spricht für sich - ich musste nur scannen und ein wenig nachbearbeiten:


Danke liebe Caro für Deine Sicht auf das Paradies.  Vielen Dank an  alle, die uns ihre Paradiesseiten gezeigt haben. Ich bin gespannt auf Eure Bücher.

"Wälder - Die Lungen der Erde" - mehr als eine Fortbildung


Vom 02.09. bis 04.09.2016 durfte ich an einer umfassenden Fortbildungmaßnahme des vhs Landesverbandes Thüringen gefördert durch den dvv international mit dem Titel: "Wälder - Lungen der Erde" teilnehmen. Die Fortbildung stand unter Leitung von Iris Florstedt, freier Dozentin und Keramikerin aus Dresden und fand im Kunst und Kräuterhof Posterstein (über den ich hier und hier schon berichtet habe) statt.
Teilnehmer der Maßnahme waren vor allem Kursleiter der thüringer Volkshochschulen, die im kreativen Bereich tätig sind und die die Anregungen, Gedanken und Inhalte dieser Weiterbildung als Multiplikatoren in ihren Kursen weitergeben können. 
Umfassende Fortbildung auch deshalb, weil alle Sinne angesprochen werden. In Gesprächen, beim Anschauen von Filmen, Hören von Tondokument, in Blitzlichtrunden wurde umfangreiches theoretisches Wissen vermitteltBeim Töpfern von Raku-Keramiken hatten die Hände zu tun und in den Pausen, bei gemeinsamen Mahlzeiten konnten wir riechen und schmecken. Damit verinnerlichen sich die Inhalte einer solchen Maßnahme viel nachhaltiger. 
Wir diskutierten über die  weltweite Waldzerstörung, Waldschutz, ökologische Waldnutzung, Waldschäden durch Klima, industrielle Landwirtschaft und wirtschaftlicher Waldnutzung.
Weitere Themen waren die Auswirkungen des Waldes auf das Erdklima, die Beschäftigung mit dem heimischen Wald und dem Amazonasregenwald und anderer tropischer Wälder ( z.B. in Indonesien), Vergleiche der Waldgebiete und Klimazonen.
Eine Exkursion in einen nahegelegenen heimischen Wald stellte sich gar nicht so einfach dar – ist doch das Altenburger Land seit der Jungsteinzeit ständig besiedelt, wurde und wird auf Grund der guten ertragreichen Böden intensiv landwirtschaftlich genutzt. Da sind nicht viele Waldflächen übrig geblieben.
Auch wenn inzwischen auf vielen Ausgleichflächen neue Bäume gepflanzt werden sind doch die natürlich gewachsenen, ursprünglichen Waldgebiete verloren.
So haben wir auf kleine Restflächen zurückgegriffen und u.a.den Park Tannenfeld besucht. Dort erfreuten wir uns an der Vielfalt und Schönheit alter Bäume.
Für die praktische Arbeit mit dem Ton sammelten wir Blätter, Zweige und Früchte von Buchen, Ahorn, Eichen, Birken, Eschen, Kastanien, Linden, Kiefern, Fichten, Tannen und  Eiben. Aber auch Blätter von Eßkastanie, Baumhasel, Rot- und Weißdorn, Kornelkirsche, Schlehe und Hagebutte dienten als Abdruckmaterial für unsere Keramiken.
Bei der Diskussion um Lösungansätze für die weltweiten Probleme um Waldvernichtung, Brandrodung und Raubbau am Wald fiel immer wieder der Begriff AGROFORSTE. Eine mögliche Alternative mit der man sich beschäfftigen sollte, auch in Deutschland und Europa, - wir haben genug Probleme, selbst  vor der "eigenen Haustür". Ich denke da nur an den vermehrten Anbau von Energiepflanzen, das kurzsichtige Denken wenn mit und im Wald Geld verdient werden will.
Das sind nur einige Streiflichter, welche Themen uns an den drei Tagen begleitet haben.

Vor allem für unsere Kursleiterin Iris Florstedt war es wieder ein Kraftakt in zweieinhalb Tagen so viel Theorie und die Herstellung von Keramiken im Rakubrand, vom nassen Ton bis zur fertig gebrannten Keramik, unterzubringen. Wir durften so viel Neues erleben und lernen, interessante Gespräche führen, zwischendurch die gastliche Athmosphäre auf dem Kunst- und Kräuterhof Posterstein genießen und am Ende sogar noch ein oder zwei fertige Keramiken mit nach Hause nehmen.



Im Seminarraum laden Bücher, Artikel, Filme zum diskutieren ein.


Aus Ton geformte Schalen mit Tiermotiven.


Damit die am Samstag geformten Gefäße und Platten nicht im Brennofen zerspringen mussten sie "schnell getrocknet" werden. Der große Backhofen wurde angeheizt (eine Arbeit von Stunden). Zuerst wurden wir mit selbstgemachter Pizza von Bettina Martin und Ullrich Simon verwöhnt.


Ein Genuss!!!


Danach wurden  unsere Tongefäße zum Trocknen über Nacht noch in den noch heißen Ofen geschoben. Zum Glück haben fast alle Teile diese Prozedur überstanden.




Der Brennofen wird eingeräumt - Millimeterarbeit- es sollen ja alle Teile darin Platz finden.
Das war so gegen 9.00 Uhr.


Den Gasbrenner anzünden und langsam auf 300 grd hochheizen damit die restliche Feuchtigkeit in den Tongefäßen trocknen kann und sie nicht zerspringn. Nun kann schon etwas mehr "Gas" gegeben werden, bis ca. 600 grd erreicht sind, um dann, mit voller Kraft, auf 900 grd. hoch zu heizen.

Natürlich gab es die ganze Zeit über eine aufmerksame Feuerwache und war der Brandschutz gewährleistet.



Nach 17.00 Uhr war die nötige Brenntemperatur endlich erreicht. Es wurde spannend. Während beim normalen Schrüh- oder Glasurbrand die Keramik im Ofen wieder ganz langsam abkühlen muss, wird beim RAKU der Ofen bei 900 grd geöffnet, die glühende Keramik Stück für Stück entnommen und in einen Eimer oder großen feuerfesten Topf gelegt. Anschließend wird sofort mit einem Deckel die Sauerstoffzufuhr gebremst. In diesem Topf befinden sich Sägespäne die bei diesen Temperaturen natürlich verbrennen bzw. verkohlen. Der dabei entstehende Ruß setzt sich in den Poren der Keramik fest und färbt sie schwarz. Daher auch der Bergriff Schwarzbrand.  Glasuren bekommen die typischen Risse.


Die Prozedur hört sich ganz einfach an - ist es aber nicht. Gemeinsam mit unserer Kursleiterin hatte sich ein Dreierteam gebildet, das nun im Sekundentakt in Hitze und Qualm arbeitete: Brennofen auf, Kermaik raus, Brennofen zu, Topfdeckel auf, Kermaik rein, Sägespäne drauf, Topfdeckel zu und das Ganze von vorn. Da konnten wir Kursteilnehmer nur in achtungsvollem Abstand mit gezückter Kamera das Schauspiel verfolgen.




Einige Minuten in den Töpfen mit den Holzspänen geschwelt, dann konnte gelöscht und abgekühlt werden. Denn noch immer ist die Keramik sehr heiß.


Nun war die Spannung kaum noch auszuhalten. Was ist aus meiner Kermaik geworden. Habe ich sorgfältig genug gearbeitet oder ist meine Schale gesprungen?


Ruß und Brennschlacken werden abgewaschen und mit Bürste und Stahlschwamm geschrubbt.


Ein Teil nach dem anderen kommt zum Vorschein.

Welch ein Glück, Nichts ist im Brennofen gesprungen.

Reich an Erfahrungen, guten Gesprächen, kulinarischen Genüssen in jeder Hinsicht aufgetankt, ging ein Wochenende zur Neige. Vielen Dank an alle Beteiligeten und Förderer.

...und wen das Töpferfieber gepackt hatte, der hängte einfach noch einen Kurs bei Peter Weber DOLMARTON am Montag und Dienstag dran. Da ging es noch einmal um ganz archaische Brennarten, den Erdgrubenbrand und den  Rauchbrand. Aber davon demnächst.