Freitag, 3. Februar 2017

Waisenbindung gegen Buchschrauben - Mein Adventmailart-Album




Ein letztes Mal stelle ich das Logo der Advent mail art 16 an den Anfang eines Beitrages.


Über einen Monat lag der Stapel Karten der Advent mail art 2016 auf meinem Arbeitstisch und wartete darauf endlich zu einem Buch zu werden.
Michaela Müller und Tabea Heinicker die Organisatorinnen hatten den letzten Teil der Aufgabenstellung hier   formuliert.
Waisenbindung - wirklich eine tolle Technik, die ich sicher auch noch ausprobieren werde. Aber immer wenn ich den Lochbohrer  ansetzen wollte, konnte ich es nicht übers Herz bringen, die Karten zu durchbohren und dann die Muster durch die Bindefäden zu stören. Vor einigen Tagen hatte ich endlich die rettende Idee.
In einer meiner vielen Materialkisten schlummern schon seit Jahren Buchbinderschrauben vor sich hin. Ja auch dafür braucht man Löcher. Aber was, wenn man die  Karten einzeln mit einem Kartonstreifen verlängert und diesen dann locht.  Also habe ich aus Restkarton 24 Streifen 12,5x7 cm zugeschnitten, die Streifen bei 2,5 cm gerillt und dann  bei 5,5 und 5,7 cm noch einmal. Dann habe ich die Streifen bei 2,5 cm gefaltet und den nun doppelten Teil gelocht. Die doppelten Rillen liegen jetzt bei 3,0 und 3,2 cm. Das werden die Scharniere der einzelnen Seiten, zum Umblättern. Nun musste ich doch einen Zentimeter der Kartenrückseite opfern und diesen auf den Streifen kleben. Die Musterseite bleibt aber vollkommen unbeschädigt.



Wer noch die alten Fotoalben unserer Eltern oder Großeltern kennt, weiß wie es weiter geht. Zwei separate Buchdeckel schützen  den Buchblock. Dafür habe ich zwei Streifenaus Graupappe mit 2,5 cm Breite und 13 cm Länge zugeschnitten, sowie zwei Pappen 24x13 cm.Die schmalen Streifen werden ebenfalls gelocht und dann jeweils ein Streifen und eine Pappe mit ca 0,5 cm Zwischenraum auf ein Bezugpapier geklebt. Der Abstand ist nötig, damit später die Buchdeckel umgeklappt werden können. Für den Bezug habe ich einen weißen beschichteten Tapetenrest verwendet. Die Innenseiten sind mit meinem roten Versuchspapier für die Advent mail art Karten bezogen. Dann die Löcher durch das Bezugspapier nachgestochen, die  Buchschrauben hindurchgefädelt die Blätter eingelegt, den zweiten Deckel drauf und zugeschraubt.
 

Mein Advent mail art - Album ist fertig. Ich habe sogar noch so viel Spielraum, dass ich vor den besonders dicken Seiten noch einen weiteren gelochten Kartonstreifen von 2x13 cm auf die Buchschrauben schieben kann. Und für eine Zusatzseite mit der mail art - Philosophie und dem Logo ist auch noch Platz. Nehme ich doch  die gesammelten mail art - Projekte gerne zu Kreativkursen, zum Werkeln mit Gleichgesinnten mit, um die Idee der mail art weiter zu verbreiten.
 




Ich freue mich, mein Buch ist fertig. Obwohl - eigentlich hätte ich die Pappestreifen ja auch mit der vorgeschlagenen Waisenbindung verbinden können. Da war ich wohl zu sehr auf meine Buchschrauben fixiert.

Zum Abschluss noch einmal meinen Dank an Michaela und Tabea für die immer neuen Ideen Ihrer Mail art Aktionen und für die tolle Organisation und vielen Dank an alle Teilnehmerinnen. Es hat wieder riesigen Spaß gemacht, ich wurde so reich beschenkt! Hier noch einmal alle Beiträge zu Advent-mail art 2016.

...und bald kommt ja der Frühling und mit ihm hoffentlich eine neue mail art Aktion. Bis dahin...

Freitag, 23. Dezember 2016

Vierundzwanzig mal Weihnachtsvorfreude

Wir freuen uns über 96 Anmeldungen!




Heute kamen die letzten drei Karten der Adventmailart 2016 bei mir an. Auch wenn noch nicht der 24. ist will ich den versprochenen bunten Kartenteppich einstellen.
Davor jedoch noch einmal meinen herzlichsten Dank an Tabea und Michaela für das schöne Thema und die super Organisation und vielen, lieben Dank an die 23 Mitglieder meiner Gruppe 1. Eure so vielfältig gestalteten Karten und liebvollen Zeilen auf den Rückseiten und die freundlichen Kommentare haben mir die Adventszeit erhellt. Ein wenig bin ich vom Musterfieber angesteckt. Und so werde ich wohl noch den einen oder anderen Stempel schneiden. Ich freue mich darauf!

Hier aber nun alle 24 Karten in der chronologischen Reihenfolge gestempelt von .


 Fine, Lisa, Kristina , Angelika, Sabine und meine Karte



 Ghislana, Liliane, Tanja, Claudia , Claudia und Tabea,



 Stefanie, Annette, Andie, Corinna, Michaela und Mareike



Christine. Eva, Rima, Saskia, Clara und Katja

Ist das nicht eine Pracht? 

Noch einmal Vielen Dank

an alle Teilnehmerinnen der Adventmailart!

Ich habe mich immer wieder die Link-Liste rauf und runter geklickt, um die vielen einzigARTigen Karten zu  bewundert. 

Ich wünsche allen eine glückliche, sorgenfreie Weihnachtszeit. Möge das Licht der Weihnacht weitergetragen werden für Menschlichkeit, Empathie und Hoffnung, für die Erkenntnis, das unsere Erde einzigartig ist. Unsere Stärke und unser Glück braucht ein friedliches Miteinander, Toleranz und Achtsamkeit.

Ich wünsche Allen für das Neue Jahr 2017, Gesundheit,  viele kreative Ideen, kluge Gedanken und ausreichend Zeit zum Posten, damit ich auch im Neuen Jahr als Leserin daran teilhaben darf.











Sonntag, 18. Dezember 2016

Adventmailart 2016 - Mein Märchenschloss in den Wolken


Mit viel Vorfreude habe ich dieses Jahr auf die Adventsmailart von Tabea Heinicker und Michaela Müller gewartet. Ist doch jede dieser Aktionen ein klein Herausforderung. Ohne sie hätte ich mich nie an solche Techniken wie Milchtütendruck oder Siebdruck herangewagt. Und nun sollte gestempelt werden, ein Rapport-Muster.
Schnell war für mich klar, Weihnachtszeit ist Märchenzeit.


 Die Zeit der vielen Lichter in den Fenstern, die Zeit der Heimlichkeiten und der kleinen Freuden.
Das wollte ich irgendwie in meinem Muster unterbringen - Häuser, beleuchteten Fenstern und ein Stück vom Himmel.
Mein Muster symmetrisch anzulegen - ehrlich, auf die Idee bin ich gar nicht gekommen. Ein Schloss -  ein Märchenschloss in den Wolken sollte es letztendlich werden.


 Aber wie wird aus der Skizze ein Stempel, mit dem man ein fortlaufendes Muster drucken kann. Viel Zeit zum Probieren blieb mir nicht. Schon zum Nikolaus musste meine Karte bei den Empfängern sein. Und die zwei davor liegenden Wochenenden waren voll verplant.
Die Skizze für meine 9x9cm Druckplatte war schnell gezeichet. Aber wie wird daraus ein Rapport-Muster?



Also noch einmal genau auf 9x9 cm das Muster gezeichnet. Den linken und unteren Randstreifen habe ich noch frei gelassen. Dann habe ich das Muster ausgeschnitten und die Kanten jeweils zur Mitte gefaltet, dass Ober- und Unterkante zusammenstoßen und beim zweiten Falz die linke und die rechte Kante. Nun konnte ich die Ränder so gestalten, dass wieder ein zusammenhängendes  Bild entsteht.


Wieder aufgefaltet, ist mein Stempelmuster fertig.


Die Zeichnung auf einen Stempelblock übertragen und mit Linolschnittwerkzeug ausschneiden. Das ging relativ schnell und unkompliziert.
Zum Drucken wollte ich Goldacrylfarbe auf rotem Untergrund verwenden. Zum Einfärben des Stempels habe ich die Farbe auf eine Glasplatte gegeben und von dort mit Hilfe eines "Schaumgummipinsel" (auf der Verpackung als  "Tamponierbürsten aus Schaumgummi" bezeichnet) aufgetragen.
Hatte ich mir toll vorgestellt -rot  und gold die Weihnachtfarben an sich und vielleicht noch ein paar weiße Farbflecken. Und da ich gerade beim Beziehen von Buchdeckeln war, wollte ich auf dünnem Papier drucken und es danach auf Pappe aufziehen.
Schnell kam ich zu der Erkenntnis - die Goldacrylfarbe deckt nicht sehr gut. Das Rot war zu intensiv und das Muster kam kaum zur Geltung. Auch das Beimischen von Ocker konnte das Ergebnis nicht verbessern.


Erst ein Versuch auf hellblauem Papier war zufrieden stellender.  Um dem Auge am Ende ein wenig Halt auf meiner Karte zu geben, wanderte noch ein weißer Weihnachtsbaum und ein gelber Stern auf die Karte.
Da ich immer erst in den späten Abendstunden zum Drucken kam, gibt es vom Druckprozess leider keine Fotos. Dieses Mal also nur ein paar eingescannte Skizzen und ein fertiges Ergebnis.
Zum Abschluss noch eines meiner "geliebten" Elfchen verfasst und dann konnten die Karten  auf die Reise gehen.


Ich hoffe, dass inzwischen alle Karten angekommen sind.
Ich freue mich jeden Tag auf den Gang zum Briefkasten.Ich kann inzwischen achtzehn tolle Drucke meiner Mitstreiterinnen bewundern und frage mich dabei - bin ich da am Thema vorbeigeschossen? Na ja, verschickt ist verschickt. Ich freue mich jedenfalls jeden Tag an der tollen Post. Da es dieses mal so viele aktive Bloggerinnen in meiner Gruppe gibt, die die Karten vorstellen werde ich mich erst nach dem 24. Dezember noch einmal mit dem kompletten Musterteppich melden, bevor ich die Karten zu einem Musterbuch binde.  Bis dahin noch einmal vielen Dank an Euch: Fine, Lisa, Kristina, Angelika, Sabine, Ghislana ,Liliane, Tanja, Claudia, und noch einmal Claudia,Tabea, Stefanie, Annette, Andie, Corrina, Michaela, Maraike und Christine.

Hier gibt es alle Links zur Adventmailart 2016 zu bewundern.
Bis zu den Feiertagen eine schöne Zeit - und nicht zu viel Vorbereitungsstress.

Montag, 17. Oktober 2016

"Mark-Making-Muster" am Mustermittwoch

Durch Zufall einmal auf der Seite von Müllerin Art gelandet, bin ich seit der Sommermailart 2015 regelmäßige Leserin. Und so freue ich mich auch jeden Monat  neu an Ihrem "Mustermittwoch".
Im Oktober lautet das Thema "Mark-Marking-Muster". Es hat einige Besuche auf Ihrer Seite gebraucht, bis mir aufgegangen ist: "Hej, so etwas Ähnliches machst Du doch auch!"
Sicherlich nicht mit dem Hintergedanken Mark-Making-Muster zu kreieren, sondern in der Arbeit mit Kindern, in Ferienkursen und ganz konkret bei der Vorbereitung von Hintergründen für meine experimentellen Drucke oder für die Herstellung von Papieren  für die Weiterverarbeitung zu Bucheinbänden für meine Minibücher spiele ich mit dem Zufall.
Eine Technik kam mir dabei in den Sinn, die bisher noch keine "Mark-Marking-Muster-Teilnehmerin" vorgestellt hat. Man benötigt unterschiedliche Papiere ( ich habe mich für ein graues Packpapier entschieden), Farbe egal ob Plakatfarbe, Schulmalfarbe, Acryl-Farbe vielleicht sogar Fingemalfarben von unseren Kleinsten, einen saugfähigen dicken Wollfaden und einen dicken Katalog oder ein Telefonbuch. Schon kann man loslegen. Der Faden wird dick mit Farbe eingepinselt, das mach sich am besten in einer kleinen Schüssel. Der Katalog wird in der Mitte aufgeschlagen, der Bogen Papier eingelegt, der Wollfaden in einem "wilden" Muster darauf ausgelegt und der Katalog zugeklappt. Achtung, ein Fadenende muss herausschauen. Dieses wird nun angepackt und mit Schwung herausgezogen. Je mehr es gelingt, den Faden dabei hin- und her zu bewegen um so lebhafter wird das entstehende Muster.
Man sollte darauf achten, dass der Faden nicht zu lang wird und unbedingt alte Sachen anziehen und die Umgebung gut abdecken. Die Flugbahn des eingefärbten Fadens läßt sich beim Herausziehen schlecht berechnen. Dann das Papier herausnehmen und trocknen lassen. Danach kann man neue Fadenmuster darüber legen und zu weiteren Farben greifen.

 
 Ich habe bei meinen Blättern mit weißer Farbe gearbeitet und dannach mit einem Spritzpinsel verdünnte schwarzer Farbe aufgespritzt.


Und da ich in Vorbereitung auf Weihnachten noch einige festliche Papiere brauche mit Goldakryl, einem Radiergummi, der Rückseite eines Klebestiftes und einer leeren Toilettenpapierrolle goldenen Kreise aufgedruckt. Da mir das dann schon wieder zu ordentlich geworden ist, bin ich noch einmal kreuz und quer mit einem Malmesser (ein Stück Pappe geht genauso gut) darüber gegangen und habe einen Teil der Muster verwischt.


Was am Enden noch aus so einem Zufallsmuster werden kann zeigt mein letztes Blatt.


Es ha mir riesigen Spaß gemacht, an Deinem Mustermittwoch teilzunehmen, liebe Michaela. Und ich hoffe nicht ganz am Thema vorbei gedruckt zu haben. Auch oder gerade weil eigentlich eine ganz andere Aufgabe auf meinem Arbeitstisch liegt. Aber nun bin ich locker und frei genug im Kopf, um mich darum zu kümmern. Danke!

Dienstag, 11. Oktober 2016

Kulturreise zur Textil-Art und zu Objekten aus Ton nach Meiningen

Vor einigen Wochen habe ich hier von unserem Kurs "Upcycling von Textilien und Schmuckgestaltung mit Papier" berichtet. Nun hatten die Dozentinnen Cordula Hartung, Gerlinde Rusch, Ingeborg Scholz und der Dozent Dr. Albrecht Rosenstiel gemeinsam mit der Volkshochschule Meiningen und dem Förderverein der Christophine - Kunstschule  an der Volkshochschule Meiningen e.V. zur  Ausstellung der Absolventinnen der Weiterbildung "TEXTIL-ART" der Jahre 2014 -2016 eingeladen.


Wir, einige Teilnehmer Upcyclingkurses wollten uns das nicht entgehen lassen. Und so starteten wir am vergangenen Samstag aus dem äußersten Zipfel Ostthüringens in den Süden - nach Meiningen. Immer mit einem kritischen Blick zum Himmel wünschten wir uns einen Tag voller interessanter Eindrücke. Und da wir Meinigen noch nicht kannten, wollten wir natürlich auch etwas von der Stadt und der Umgebung sehen.
Rechtzeitig angekommen und durch einen Imbiss gestärkt sammelten wir erst einmal ein paar herbstliche Eindrücke in der Innenstadt und bei einem Bummel durch den Englischen Garten.




Liebe Meininger - es sind wirklich nur ein paar Streiflichter. Eure Stadt hat sicher viel mehr zu bieten. Wir kommen bestimmt noch einmal wieder.
Aber nun zum eignetlichen Zweck unserer Reise oder besser zur ersten Station.
Um 15.00 Uhr öffneten sich die Türen der Volkshochschule und  wir durften in (wenn ich mich richtig erinnere) acht Räumen und auf den Fluren die Arbeiten der Absolventinnen aus den drei Ausbildungsjahren bewundern. Wir haben in Arbeitmappen geblättert, Musterbücher bewundert, uns an filigranen Web- und Klöppelarbeiten, an gefilzten, gequilteten , gestickten, gehäkelten und gestrickten Kunstwerken erfreut. Wie schön , die Dinge auch in die Hand nehmen, Kunst begreifen, erfühlen und "untersuchen" zu dürfen. Freigiebig und geduldig beantworteten die Ausstellerinnen alle unsere Fragen. In jedem Raum, auf jedem Tisch neue Ideen, individuelle Handschriften, Anregungen für uns. Eine tolle Atmosphäre, die noch durch die Festveranstaltung unterstrichen wurde. Hatten wir es doch mit Absolventinnen zu tun - also mit "frisch gebackenen oder sagt man da besser genähten?, gewebten? oder gefilzten?" TEXTILKÜNSTLERINNEN, die an diesem Tag Ihre Zertifikate erhielten. Drei Jahre Ausbildung an der Christophine - Kunstschule hieß drei Jahre lang ein Wochenende im Monat anreisen, sich in die verschiedensten Techniken textiler Gestaltung zu vertiefen, Handwerk zu lernen und experimentell umzusetzten. Zu Hause galt es dann  weiter an den Ideen zu feilen und zu werkeln, wie in jeder Schule Hausaufgaben zu erledigen -  und das oft neben Beruf und Familie. Und ich habe mir sagen lassen, die Anfahrtswege waren oft nicht die kürzesten.
Nach dieser liebevoll und bewegend gestalteten Feierstunde sind wir dann weiter durch die Räume gewandert, haben in Farben und Formen geschwelgt und konnten uns kaum satt sehen. Und irgendwo im Hinterkopf nistete sich der Gedanke ein - das würde ich auch gerne alles lernen. Startet doch im Februar 2017 eine neue 3-jährige Weiterbildung.




Einige Bilder habe ich mit Erlaubnis der Ausstellerinnen gemacht. Ich kann nur sagen:: "Hinfahren! Anschauen!  Unbedingt!" Bis zum 26. November kann man die Arbeiten werktags von 8.00 Uhr- 20.00 Uhr in der Volkshochschule Meiningen bewundern.




Das war also unsere erste Etappe. Schon reichlich fußlahm, voller Eindrücke und mit einem zusammengeschrumpften Zeitbudget haben wir uns nach  18.00 Uhr schweren Herzens aus dieser Ausstellung verabschiedet. Stand doch noch ein weiterer Ausstellungbesuch auf unserem Tagesplan. Anfang September hatten wir den Keramiker Peter Weber zu einem Kurs im Kunst- und Kräuterhof in Posterstein zu Gast (Hier habe ich davon berichtet). Natürlich wollten wir auch seine Ausstellung in der Galerie ADA besuchen.
Welch ein Glück, dass es so besucherfreundliche Öffnungszeiten gibt. Also eilten wir von der Klostergasse in die Bernhardstraße.



Der Ausstellungsflyer ist sehr sparsam in den Aussagen zu beiden Ausstellern .´Die Malerin Marlene Magnus und der Keramiker Peter Weber (www.dolmarton.de) zeigen, was in der Ruhe und Zurückgezogenheit zweier Ateliers auf dem Lande entsteht.In der Begegnung der Malerei und Grafik an den Wänden sowie die Objekte aus Ton im Raum entsteht (wieder) eine Exposition als Gesamtkunstwerk...´
Das ist wohl nicht nur die Ruhe des Landlebens. Aus den Arbeiten von Peter Weber spricht ein meisterhafter Umgang mit dem Medium Ton. Raue Oberflächen, Brüchen und Risse in den äußeren Schalen der Objekte lenken die Aufmerksamkeit auf  filigrane zerbrechliche florale Elemente im Inneren. Rauchgeschwärzte unglasierten Außenhüllen, umschließen schützend gläsern funkelnde Innenwände und Böden in strahlendem Weiß, leuchtenden Blautönen und feurigem Rot. Noch sparsamer weisen einige Objekte nur eine kleine glasierte Vertiefung am Grund ihres Inneren auf, die mich an klares Gebirgswasser in Felsenlöchern, an tauenden Schnee  oder an einen Blick in einen Vulkan denken ließen. Ineinandergesetzte Schalen, runde Formen und Stelen, Sollbruchstellen - wir waren und sind verzaubert.
Hier trifft große Kunst auf exzellentes Handwerk, das perfekte Gleichgewicht zwischen Geplantem und Experiment.
Auch hier durfte ich nach einer kurzen Frage einige Fotos machen.



Ich hoffe die Künstlerin Marlene Magnus sieht es uns nach, dass es uns nach diesem mehrstündigen Ausstellungsmarathon, schon fast  übersättigt an Eindrücken, an Zeit und Energie fehlte auch Ihre Bilder gebührend zu würdigen.
Dabei bilden ihre Aquarelle, Ölgemälde. Radierungen und Collagen mit den pastelligen fast erdigen Farben, die zarten Stillleben und Detailstudien einen interessanten Gegenpol zu den großen raumgreifenden Objekten aus Ton. Ich kann  nicht einmal genau sagen, ist es Gegensatz, ist es Harmonie, ist es Dialog was sich zwischen den Exponaten entwickelt. Diese Rätsel müssen die Besucher nach uns lösen.
Voll von neuen Eindrücken, Inspirationen und Freude über das, was wir an diesem Tatg in Meiningen erleben, erfühlen, betrachten und erfahren durften, machten wir uns dann in den Abendstunden auf die Heimfahrt. 


Samstag, 1. Oktober 2016

Mein Paradiesbuch


Nun ist Sie leider schon wieder Vergangenheit, die Sommermailart 2016. Vielen Dank an die Organisatorinnen Michaela Müller und Tabea Heinicker. Das diesjährige Thema hat so viele gute Gedanken, Ideen und am Ende Buchseiten hervorgebracht. Diese Aktion wird mich und meine Arbeit noch lange beschäftigen und beflügeln.   Vielen Dank auch an alle Mitglieder meiner Gruppe. Ein Muss, dass ich trotz akutem Zeitmangel das Buch noch binden wollte, um wenigstens ein paar Fotos einzustellen.
Neben den farbigen Seiten  gibt es noch einige Zusatzblätter. So schwimmen zum Beispiel noch Fische aus der Frühlingsmailart durch das Buch. Die liebevoll gestalteten Briefumschläge und auch die Texte haben ebenfalls in mein Buch gefunden. Noch einmal vielem Dank an Alle und hier endlich meine Bilder.







Donnerstag, 22. September 2016

Töpferkurs Rauch- und Erdbrand im Kunst - und Kräuterhof Posterstein

Wie hier versprochen, folgt nun mein Bericht zum Rauch- und Erdbrand im Kunst- und Kräuterhof Posterstein unter Anleitung von Peter Weber "Dolmarton".
Für diese Brände haben wir im Vorfeld kleine Gefäße und Figuren getöpfert und geschrüht. Für den Erdgrubenbrand konnten die Keramiken teilweise glasiert werden. Sowohl beim Rauch- als auch beim Erdgrubenbrand kann man nicht genau bestimmen, welche Farbe von hell über alle Grautöne bis schwarz die unglasierten Keramiken aus hellem Ton annehmen und auch die Glasuren können, abhängig von den erreichten Brenntemperaturen, recht unterschiedlich reagieren. Begonnen haben wir mit dem Rauchbrand. Dazu benötigt man wie beim Rakubrand einen großen feuerfesten Topf oder eine Metalltonne. In diese werden die Keramiken abwechselnd mit Holzspänen eingeschichtet.



Obenauf eine dicke Schicht Späne. Anschließend werden die Späne angezündet und sowie das Feuer gut brennt, wird die Sauerstoffzufuhr mit einem Deckel stark gedrosselt. Das war am Vormittag des ersten Kurstages. Und dann hieß es Geduld bewahren.






Für den Erdbrand war schon Tage vorher eine Grube ausgehoben worden. Danke an die fleißigen "Erdarbeiter".  Hier wurde in der Mitte ein Holzfeuer entfacht. Damit die Feuchtigkeit aus den Glasuren der zu brennenden Keramiken entweichen konnte, stellten wir diese an die Außenwand der Grube.






Immer wieder musste Holz nachgelgt werden, denn für so einen Grubenbrand wird sehr viel Glut benötigt. Gegen Mittag war es so weit, dass die Keramiken erst einmal wieder aus der Grube herausgeräumt werden konnten. Die Glut wurde nach Außen, an die Grubenwände gezogen und dann die Kermaiken in der Mitte zu einem "Turm" aufgeschichtet.

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Anschließend wurde um die Keramiken herum vorsichtig neues Holz aufgeschichtet, das für weitere Glut sorgen sollte. Bei den warmen Temperaturen eine schweißtreibende Arbeit. Es war nicht wenig Holz, das da in die Grube wanderte. Vorsicht war geboten, damit die neuen Holzscheite nicht die Kramiken zerschlagen, der Turm aus Gefäßen und Figuren nicht ins Rutschen kommt. Sonst wäre die ganze Arbeit vergeblich gewesen.


Erst, als von der Keramik unter dem brennnenden Holzscheiten und der Glut nichts mehr zu sehen war, konnte zum nächsten Schritt übergegangen werden. Die Grube wurde mit dünnem Astmaterial abgedeckt. Darauf kam feuchter Grobschnitt, darüber frischer Rasenschnitt und am Ende noch eine Schicht Erde.


Von dem Erdloch mit unseren Keramiken war nichts mehr zu sehen. Nur ein leicht vor sich hin rauchender oder dampfender Erdhügel, neben dem nun schon seit Stunden schwelenden Topf mit dem Rauchbrand.


Inzwischen war es Abend geworden. Grube und Topf wurden gesichert und würden über Nacht weiter vor sich hin schwelen. Am nächsten Morgen war der Hügel über der Erdbrandgrube ein Stück in sich zusammengesunken. Sowohl Topf als auch Grube strahlten noch kräftig Wärme ab und es rauchte immer noch.



Die Neugier von uns Kursteilnehmern war kaum noch zu bremsen. Wann können wir einen Blick auf unsere Arbeiten werfen?


Gegen Mittag wurde damit begonnen, die Erdgrube zu öffnen. Langsam wurde Schicht für Schicht abgetragen und zwischendurch immer wieder abgelöscht. Noch immer war die Keramik sehr heiß.



Welche Freude, als unter Ruß, Brennschlacken und Asche unsere Keramiken zum Vorschein kamen.


Den einen oder anderen kleinen Schaden mussten wir zwar verschmerzen. Aber im Großen und Ganzen ein stolzes Ergebniss, welches da am Ende aus der Grube geholt wurde.



 
Am Nachmittag wurde dann auch der Rauchbrandtopf geöffnet. Und obwohl  fast 30 Stunden  vergangen waren, wurde durch den vermehrten Sauerstoff das Feuer im Topf neu angefacht. Also hieß es auch hier erst einmal löschen. Dann fühlten wir uns wie Schatzgräber, die "verkohlte" Gefäße und Figuren aus längst vergessenen Zeiten aus der Asche eines Feuers bergen.



Tolle Farbschattierungen von ganz hell bis schwarz waren entstanden.


Wer allerdings glaubt, wir hätten die Zeit des Brennens der Kermaiken im Rauchbrand und in der Erdgrube mit Müßiggang verbracht, der irrt sich.
Parallel zu den beiden Bränden haben wir unter Anleitung von Peter Weber einen Tonofen für Rakubrände für die Keramikwerkstatt von Bettina Martin gebaut. Besser gesagt, der Rohling wurde gebaut. Nun muss der Ofen über Wochen trocknen . Und wenn alles gut geht, werde ich in ca. zwei Monaten vom  Bau im September und vom ersten Brand Ende Oktober oder Anfang November berichten.